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Einarbeitung, 
die nicht an einer Person hängt

Alle vier Wochen ein neuer Artikel für Geschäftsleitungen, bei denen Einarbeitung nebenbei läuft. Über Wissen, das nur in wenigen Köpfen steckt, Chaos im Laufwerk und erste Wochen, die besser laufen. Praxisnah und verständlich.

Mitarbeiter-Onboarding: Wenn das ganze Wissen in drei Köpfen steckt

Dienstagmorgen, kurz nach neun. Am Schreibtisch nebenan dreht sich jemand um, die Notizen von letzter Woche in der Hand.

„Kannst du mir nochmal kurz zeigen, wie das geht?“

Es ist die dritte Frage an diesem Morgen. Die erfahrene Person aus dem Team legt die eigene Arbeit zur Seite, rollt mit dem Stuhl rüber und erklärt. Geduldig, zum dritten Mal. (Die eigene Aufgabe wartet derweil. Wie immer.)

Niemand macht hier etwas falsch. Die neue Person fragt, weil es nirgends steht. Und die erfahrene Person erklärt, weil es sonst keiner kann.

Genau darum geht es in diesem Artikel: warum Mitarbeiter-Onboarding so oft an wenigen Köpfen hängt, was das kostet und wie du Wissen so festhältst, dass Einarbeitung wieder leichter wird.

Woran du merkst, dass das Wissen in wenigen Köpfen steckt

Das Problem kündigt sich selten laut an. Es versteckt sich in Sätzen, die im Alltag ganz normal klingen.

„Frag da lieber direkt nach, das steht nirgends.“
„Das macht eigentlich immer dieselbe Person.“
„Wo liegt nochmal die aktuelle Vorlage?“

In der Produktion sieht das so aus: Eine Maschine lässt sich nur von einer Person sicher einrichten. Die Einstellungen stehen in keinem Ordner, sondern im Gedächtnis (und vielleicht auf einem verblassten Zettel am Schaltschrank). Ist diese Person im Urlaub, wartet der Auftrag.

Im Steuerbüro ist es die Ablage für bestimmte Mandate. Welche Unterlagen fehlen noch, welche Sonderfälle gibt es, wer bekommt welche Erinnerung? Das wissen zwei Leute. Alle anderen fragen.

In der Hausverwaltung ist es die Nebenkostenabrechnung. Sie kommt einmal im Jahr, und jedes Jahr beginnt dieselbe Suche: Wie haben wir das letztes Mal gemacht, wo liegt die Liste, wer hatte den Kontakt zum Versorger?

Bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter zeigt sich das besonders deutlich. Denn wer neu ist, kann nicht wissen, was nirgends steht. Also wird gefragt. Und zwar immer dieselben Menschen.

Das Muster ist überall gleich: Das Wissen ist da. Es steckt nur in wenigen Köpfen und nicht dort, wo alle es finden.

Was es kostet, wenn alle dieselben Menschen fragen

Jede Rückfrage für sich ist harmlos. Zwei Minuten hier, zehn Minuten da. Zusammen ergeben sie allerdings eine Menge Zeit, die woanders fehlt.

Beispiel zum Mitrechnen: Eine erfahrene Person beantwortet am Tag sechs Rückfragen. Jede dauert mit Erklären und dem Wiedereinstieg in die eigene Arbeit etwa zehn Minuten. Das ist eine Stunde am Tag. In den ersten drei Monaten mit rund 60 Arbeitstagen sind das 60 Stunden, also gut anderthalb Arbeitswochen. Für eine einzige neue Person.

Setz gern deine eigenen Zahlen ein: Rückfragen pro Tag mal Minuten mal Arbeitstage. Das Ergebnis lohnt einen zweiten Blick.

Diese Zeit fehlt genau da, wo sie ohnehin knapp ist: bei den Erfahrenen. Laut DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 erwarten 55 Prozent der Unternehmen durch den Fachkräftemangel eine Mehrbelastung ihrer Belegschaft. Wer schon viel trägt, trägt beim Anlernen noch etwas mehr.

Dazu kommen Kosten, die sich schwerer beziffern lassen. Die Stimmung leidet, wenn Einarbeiten als Last nebenher läuft. Neue Mitarbeitende spüren das. Wer sich in den ersten Wochen wie eine Störung fühlt, kommt schwer an und geht im Zweifel schneller wieder.

Und dann ist da das Wissen selbst. Fast jedes vierte Unternehmen erwartet laut demselben Report, dass mit altersbedingten Abgängen betriebsspezifisches Wissen verloren geht. In der Industrie ist es mehr als jedes dritte. Rente, Krankheit, Kündigung: Fehlt die eine Person, die alles weiß, fehlt mit ihr der Ablauf.

Einen ersten, kleinen Gegenentwurf gibt es übrigens kostenlos: den Mitarbeiter-Onboarding-Plan, mit dem du die erste Woche auf einer Seite festhältst. Mehr dazu weiter unten.

Warum Wissen in Köpfen landet und wie digitales Mitarbeiter-Onboarding hilft

Niemand beschließt, Wissen für sich zu behalten. Es sammelt sich einfach an. Jahr für Jahr kommen Kniffe, Ausnahmen und Hausregeln dazu, und weil der Alltag läuft, schreibt sie niemand auf.

Das wirkt lange auch nicht nötig. Die Person, die es weiß, sitzt ja nebenan. Bis sie eben nicht mehr nebenan sitzt.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Über vier Jahre habe ich als Assistentin der Geschäftsleitung gearbeitet, fast zwei davon mit Prokura. Bevor ich in die Selbstständigkeit gegangen bin, habe ich meine Aufgaben digital festgehalten, damit alle wissen, wo was liegt. Vieles war schon gut strukturiert.

Trotzdem blieb am Ende kaum Zeit, alles in Ruhe zu erklären. Resturlaub und Überstunden wollten genommen werden, und meine Aufgaben reichten tief in viele Abläufe hinein. Manche davon fallen nur einmal im Jahr an. Genau bei diesen weiß später oft niemand mehr genau, wie es ging.

Dort habe ich aber auch erlebt, wie viel es ausmacht, wenn sich jemand Zeit für die Einarbeitung nimmt. Die Person, die mich eingearbeitet hat, hat sich wirklich viel Zeit genommen. Das hat mir das Ankommen leicht gemacht und mir gezeigt: Gute Einarbeitung ist Wertschätzung.

Das Problem liegt also nicht an einzelnen Menschen oder Unternehmen. Es liegt daran, dass Wissen ohne festen Ort immer an Personen hängt.

Genau hier setzt die digitale Willkommensmappe an. Das Wissen bekommt einen festen Ort. Nicht in einer neuen Software, sondern im eigenen Laufwerk, das ohnehin alle nutzen.

Konkret ist das ein neu geordneter Ordner mit kurzen Anleitungen und Checklisten als PDF. Wer etwas sucht, findet es über die ganz normale Suche. Drin steht, was neue Mitarbeitende in den ersten Wochen wirklich brauchen: wer wer ist, welche Regeln gelten und wie die wichtigsten Abläufe gehen.

Auf Wunsch kommen Kurzvideos dazu, in denen die eigenen Fachkräfte zeigen, wie es geht. Ein QR-Code an der Maschine oder am Arbeitsplatz führt direkt zum passenden Video.

Das verändert die Rolle der Erfahrenen. Sie erklären einen Ablauf einmal gut, statt ihn zehnmal nebenbei zu erklären. Und neue Mitarbeitende lesen nach, statt jedes Mal zu fragen.

Wichtig ist mir dabei eines: Die Mappe ersetzt keinen Menschen. Sie schafft Zeit für das, was keine Mappe kann. Das Kennenlernen, das gemeinsame Mittagessen, die ehrliche Frage, wie die erste Woche war. Das persönliche Ankommen eben.

Wissen raus aus den Köpfen. Rein ins digitale Mitarbeiter-Onboarding.

Der erste Schritt: die erste Woche auf einer Seite

Eine komplette Willkommensmappe entsteht nicht an einem Nachmittag. Das ist auch gar nicht nötig. Der wichtigste Teil der Einarbeitung neuer Mitarbeiter lässt sich nämlich sofort planen: die erste Woche.

In dieser Woche entsteht der Eindruck, ob jemand erwartet wurde oder nur irgendwie dazwischengeschoben wird. Und hier entstehen die meisten Rückfragen.

Für den Anfang reicht ein Plan auf einer Seite. Darauf stehen drei Dinge.

Erstens: was vor dem ersten Tag erledigt ist. Zugänge, Arbeitsplatz, Schlüssel und eine kurze Nachricht ans Team, wer da kommt.

Zweitens: ein Schwerpunkt für jeden Tag. Montag ankommen und Menschen kennenlernen, Dienstag den ersten Ablauf mitmachen und so weiter. Dazu steht fest, wer an welchem Tag Begleitperson ist. So verteilt sich die Einarbeitung auf mehrere Schultern.

Drittens: ein kurzes Gespräch am Ende der Woche. Was lief gut, was war unklar, was fehlt noch? Aus diesen Antworten entsteht ganz nebenbei die erste Liste für eine spätere Willkommensmappe.

Zwei Einwände höre ich dabei oft. „Dafür haben wir keine Zeit.“ Für diesen Plan reichen 15 Minuten. Das ist so viel Zeit, wie zwei Rückfragen aus dem Beispiel oben kosten.

„Wir haben keine Personalabteilung.“ Die braucht es dafür auch nicht. Den Plan füllt aus, wer die Einarbeitung ohnehin begleitet: Geschäftsleitung, Teamleitung oder jemand Erfahrenes aus dem Team.

Damit du nicht bei einem leeren Blatt anfängst, gibt es dafür eine Vorlage: Der Mitarbeiter-Onboarding-Plan. Er bringt die erste Woche für neue Mitarbeitende auf eine Seite, in 15 Minuten ausgefüllt. Du bekommst ihn als PDF zum Ausdrucken, mit Anleitung und ausgefülltem Beispiel, und als Word-Datei zum Ausfüllen am Rechner. Drin sind eine Checkliste für alles vor dem ersten Tag, ein Schwerpunkt für jeden Tag mit Platz für die Begleitperson und drei Fragen für das Gespräch am Ende der ersten Woche. Kostenlos.

Mit dem Download meldest du dich auch für meinen Newsletter „Einmal erklärt.“ an: jeden Freitag ein konkreter Tipp für eine bessere Einarbeitung, in 15 Minuten umsetzbar.

Hier geht es zum kostenlosen Download.

Über mich

Ich bin Gamze Tunci, über 4 Jahre an der Seite der Geschäftsleitung, fast 2 davon mit Prokura, und seit 2 Jahren selbstständig mit digitalen Produkten. Heute baue ich digitales Mitarbeiter-Onboarding für Geschäftsleitungen, bei denen Einarbeitung nebenbei läuft, vor Ort in der Region Aschaffenburg und Rhein-Main. Wenn du wissen möchtest, wie das bei euch aussehen könnte, lass uns im kostenlosen Erstgespräch sprechen: Kontakt

Quellen

Fachkräftereport 2025/2026: Engpässe bleiben eine Herausforderung. Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), 2025 (veröffentlicht am 19.12.2025). https://www.dihk.de/de/newsroom/fachkraeftereport-2025-2026-engpaesse-bleiben-eine-herausforderung-159846

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